Betonreliefs Stadtgestalten Domagkpark (gemeinsam mit Hauchun Kwong)

Es handelt sich um die Gestaltung des Treppenhauses sowie des Eingangsraums und des Gartenzugangs mit mehreren Betonreliefs und einem durchgängigen Farbkonzept. Zunächst wurde von Rainer Vallentin ein übergeordnetes Konzept für die Platzierung des Reliefs mit genauen Angaben zur Lage und Proportion der Elemente und der leeren Flächen ausgearbeitet. Diese Beziehungen basieren auf einer Reihe aufeinander bezogener Maßen, die sich aus dem Goldenen Schnitt ergeben. Ziel ist es zwischen den Elementen gleichzeitig Spannung aufzubauen und einen harmonischen Gesamteindruck zu erreichen. Sehr großer Wert wurde von den Künstlern darauf gelegt, durch eine einfache und zurückhaltende Gestaltung, einen „musealen Charakter“ zu vermeiden und eine Kunstinstallation zu entwerfen, die den Alltagsgewohnheiten der Hausbewohner entgegen kommt.

Für die großen hervortretenden Betonreliefs im Treppenhaus wurde zusätzlich die Künstlerin Hauchun Kwong beauftragt, die dort ihre Arbeit mit dem Titel „Walking Forest“ verwirklicht hat. Alle Reliefs wurden gemäß dem Baufortschritt in Ortbeton gegossen.

 

 

Betonrelief „Walking Forest“ von Hauchun Kwong

„I am listening where the wind blows.“ – Below the cold distance of post-industrial lifestyle there is persisting a vivid, organic heterotopia of our (human) nature. Life is pulsating under the plain grey surface, just like tree roots, intertwining, forming a whole new network of pre-articulate vitality.

Das Relief besteht aus Pflanzenformen, die sowohl abstrakt-organisch als auch konkret-abbildend gelesen werden können. Diese Ambivalenz wird dadurch verstärkt, dass die ursprünglich zusammenhängende Darstellung streifenartig aufgetrennt und erst im Vorbeigehen wieder zusammengesetzt werden kann.

Link zu Hauchun Kwong

 

 

Betonreliefs von Rainer Vallentin

Im Eingangsraum, Keller und Gartenzugang sind drei Betonreliefs realisiert, die streng geometrisch gehalten und in Teilflächen farbig gestaltet sind. Sämtliche Reliefs weisen konische Vertiefungen auf, die im hintersten Teil rhythmisch angeordnete Streifen mit Unterbrechungen aufweisen, die zusammen eine „Partitur“ ergeben.

1 „Stadtgestalten“ Der Eingangsraum wird durch ein 2,04 x 306 cm großes flächig, gehaltenes Betonrelief mit dem Schriftzug „STADTGESTALTEN“ dominiert. Es ist ein Spiel aus Flächen und linearen Elementen. Teilflächen sind mit einem matt-schwarzen Sand-Farbe-Gemisch gefüllt. Gegenüber befinden sich eine „Betonlampe“ und eine einfache Sitzbank.

2 „Stele“ Im Gartenzugang findet sich eine kleine, versteckte Arbeit, die die Form einer Stele hat. Hier sind merkwürdige schriftartige Muster und zwei Farbflächen integriert.

3 „Gold – Schwarz – Rot – Glimmer“ Im Keller befindet sich eine Gruppe eher flächig gehaltener Reliefs, die Farbflächen aus Pigmenten (Eisenoxid, Ruß, Glimmer) mit Beimischungen aus Sand und Ziegelstaub aufweisen. Besonderheit dieser Technik ist, dass der Auftrag im Einzelnen nicht kontrollierbar abläuft.

 

Drei Wasserlinien im Hochgebirge

Eine Installation in der Landschaft der Zentralalpen

Die Idee des Kunstwerkes ist es, eine oder mehrere Wasserlinien in die spezielle Topographie und pflanzengeografische Situation des Übergangs zwischen Vegetationszone und den Schuttfluren hinein zu legen. Sie sind Konstruktion und damit Fremdkörper in der Natur. Sie zeigen die Anwesenheit des Menschen und seiner Wahrnehmung im Sinne einer „transzendentalen Kunst“ und setzen damit neue Bezugspunkte in die Landschaft, die sie einer neuen Interpretation öffnen. Die Kunstwerke sollen dabei als Artefakte weder besonders dominant noch anderweitig auffällig sein.

Als Standort wurde eine balkonartige Geländestufe in 2700 m Höhe gewählt, die eine Vielzahl geeigneter Aufstellmöglichkeiten aufweist. Dort liegen zwei kleinere Seen in geschützter Lage. Auf engstem Raum findet sich hier ein Mosaik von Bergwiesen, Schuttfluren, Blockfelder, gewachsenen Fels und Wasserflächen. Die drei Wasserlinien unterscheiden sich vor allem durch den Charakter der Situationen und deren Blickachsen bzw. Bezugspunkten:

Die erste Wasserlinie befindet sich auf dem höchsten Punkt des Kammrückens in exponierter Lage und freien Blick nach Süden. Sie besteht aus zwei Endelementen

Die zweite Wasserlinie liegt etwas unterhalb und zielt gegen einen massig breitgelagerten Gipfel. Sie ist aus fünf Elementen zusammengesetzt.

Die dritte und mit acht Elementen längste Linie liegt in einer Senke und führt aus einem Schuttfeld in den kleineren der zwei Seen. Sie lenkt den Blick in eine kleine Scharte im Kamm, die einen freien Ausblick in die Weite der Bergwelt öffnet.

Die drei Wasserlinien sind in unmittelbarer Nähe zueinander aufgestellt und bilden als gedachte verlängerte Linien ein Dreieck in der Landschaft.

 

StadtAcker – Kies – Wasserlinie

Diese temporäre Installation ist auf dem Gelände des neuen Gemeinschaftsgartens „StadtAcker“, der sich im Quartier Ackermannbogen-München befindet, in eine Kiesfläche eingebaut.

Sie besteht aus einer Wasserlinie (horizontal verlegtes Stahl-U-Profil, das mit Wasser gefüllt ist), vier Stahl-Rundstäben, einer unterbrochenen Stahllinie aus Flachstahl und mehreren Schnurschlägen, (Farbpulver, das über gespannte Schnüre auf einen Untergrund übertragen wird) sowie einer Betonplatte. Die Elemente sind flächenbündig in die Kiesfläche eingebaut und können somit begangen werden.

Es handelt sich um ein geometrisches „Spiel“ auf der Grundlage des Golden Schnitts und seiner modularen selbstidentischen Teilungsmöglichkeiten. Der Bezug zum Stadtacker besteht speziell darin, dass ein Nutzgarten immer das Thema Fläche – Teilungen – Raumwirkungen hat, indem „Claims“ abgesteckt werden und damit Bewegungslinien definiert und Felder abgegrenzt werden.

Nicht zuletzt geht es um das Aufzeigen der Schönheit von leeren Flächen innerhalb des „Mosaiks“ der bepflanzten Beete. Sich selbst überlassen, findet auf der Kiesfläche nach und nach eine Spontanbepflanzung statt, die bereits während der kurzen Aufstellzeit einer Vegetationsperiode beobachtet werden kann.

 

Wasserlinie Olympiapark

Eine Wasserlinie, versteckt im Unterholz bzw. der Krautschicht in einem waldartigen Teil des Olympiaparks München. Sie stellt die gedachte Verlängerung einer Betonmauer dar, die den Hang gegenüber einer rechteckigen Eisstockbahn abfängt.

Diese Wasserlinie war sehr unauffällig und trat kaum als Konstruktion in Erscheinung. Die Installation diente auch der Erprobung des modularen wiederverwendbaren Bausystems, das dann später als drei Wasserlinien im Hochgebirge aufgebaut wurde.

 

MUC – Kiesbank – Wasserlinie – CA

Derzeit nur ein Projekt, das zur Realisierung auf der großen Stadtbrache im Kreativquartier München auf dem Gelände der ehemaligen Lamento-Hallen entstehen soll.

Die temporäre Installation ist als Zwischennutzung konzipiert und soll die Aufmerksamkeit auf die Stadtbrache und die künftigen Nutzungen im Kreativquartier lenken. In den Blick genommen wird konkret das Gebäude der MUCCA, einer Institution die freie Angebote im Bereich Kunst, Musik und Literatur/Theater anbietet. Sie verfolgt den Zweck, Nutzungen und Veranstaltungen auf den neuen Freiraum zu verlagern und hierfür Orte in der „haltlosen“ Fläche zu definieren.

Die Installation besteht aus zwei Feldern, die in der Kiesfläche mit Eisenstangen markiert werden und leicht gegeneinander verdreht sind. Darüber hinaus verlaufen zwei Liniensysteme über diese Flächen hinaus. Die eine als unterbrochene Wasserlinie, die andere aus Flachstahl und roten Schnurschlägen. Insgesamt entsteht daraus ein geometrisches Spiel, das durch die nicht ganz orthogonal zur MUCCA stehenden Nachbargebäude ausgelöst wird. Diese Abweichung wären ohne die Installation gar nicht wahrnehmbar. Das verweist auf das übergeordnete Motiv: Wir können niemals sicher sein, dass unsere Wahrnehmung und unser Erkennen zuverlässig und deckungsgleich zu dem unserer Mitmenschen sind. Es bleibt immer eine Differenz, die eine Spannung erzeugt. Aufgabe einer transzendentalen Kunst ist es, diese Spannungen in immer wieder neuen Spielvarianten auszuloten.

Zugleich werden in der leeren Brache mit minimalen Eingriffen kleine Orte geschaffen, die einen ersten Halt geben und Platz für neue Aktivitäten anbieten.